
Goldfischglas
Vor einhundert Jahren galten noch die Goldfischgläser als chick. Heute sind es Aquarien im Miniaturformat, die sogenannten Nano-Aquarien. Die Golfischgläser sind heute verpönt, Nano-Aquaristik aber modern. Ein Trend, den ich nun etwas genauer durchleuchten möchte.
Über drei Jahre hinweg habe ich weder neue Fische, noch Aquarientechnik gekauft. Aus diesem Grund ist mir der Trend zu Nano in der Aquaristik erst spät aufgefallen. Erst als ich kürzlich einiges an Zubehör online bestellen wollte und viele Produkte “Nano” im Namen hatten, schaute ich mir das ganze genauer an.
So Mini wie ein Goldfischglas.
Nano kommt aus dem grichischen und bedeutet Zwerg. Das besondere an diesen Aquarien ist also grundsätzlich einmal lediglich die Größe. Der Markt für Aquaristikbedarf hat ihnen zusätzlich noch ein modernes Design verpaßt. Per “aquaristischer Definition” handelt es sich um Becken zwischen 6 und 35 Liter Inhalt. Trotzdem laufen auch einige 60 Liter Aquarien-Sets unter dem Begriff Nano-Aquarium. Vermutlich läßt es sich so besser verkaufen.
Nano-Aquarium: Konzipiert für kleine Wirbellose
Es soll aquaristisch interessierten Menschen mit wenig Platz ermöglichen, sich ein kleines dekoratives Unterwasserreich zu errichten. Vorwiegend Süsswassergarnelen, Schnecken und einzelne kleine Zierfischarten mit wenig Platzansprüchen, wie der eine oder andere Killifisch, sollen diese Miniaquarien bewohnen.
Fragwürdige Nano-Aquaristik unter dem Deckmantel der Garnelenhaltung.
Man könnte also behaupten, das Nano-Aquarium dient überwiegend der Pflege kleiner Wirbelloser Tiere. Der Verbraucher scheint jedoch eine andere Intention zu haben. In einschlägigen Suchmaschienen sucht kaum jemand nach “Nano Aquarium” in Kombination mit “Wirbeltiere” oder “Schnecken”. Eine deutliche Nachfrage besteht aber in dem Zusammenhang mit “Garnelen”. Doch das ist rein gar nichts im Gegensatz zu “Nano Aquarium Fische”. Letztere Kombination wird nämlich dreimal so häufig nachgefragt, wie jene der Garnelen. Als Intention der Besitzer kann man also die Zierfischhaltung vermuten. Kein Wunder, denn häufig werden pauschal kleine Fische als “Nano geeignet” empfohlen. Das auch unter den kleineren Bärblingen Vertreter sind, welche nicht unbedingt dem blutigen Anfänger empfohlen werden sollten, spielt dabei offenbar keine Rolle. Ein Umstand, der zu denken gibt. Bleibt zu hoffen, dass unerfahrene Einsteiger der Nano-Aquaristik auf die richtigen Informationen treffen.
Für Anfänger eher ungeeignet
Zierfische sind wesentlich empfindlicher gegen negative Umweltverhältnisse, als die meisten wirbellosen Tiere. Ein Biotop auf so einer geringen Fläche ist wiederum sehr störanfällig. Fehler, die in großen Becken noch verkraftet werden, können im Miniaquarium schon verheerende Folgen haben.
Werden die Tiere und Pflanzen aber sorgfältig gewählt und verantwortungsvoll gepflegt, ist so ein Miniaquarium sicherlich eine interessante Sache.
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